
Mondwald zwei
InteresseIn Mondwald zwei wollte ich die vertraute Szene neu atmen lassen. Der Wald öffnet sich hier wie ein Tor zwischen zwei Welten, durchzogen von Schatten und fließendem Licht. Der Mond steht groß und weich im Hintergrund, ein stiller Beobachter, der alles in eine beinahe mystische Ruhe taucht. Die Bäume wirken wie Gestalten, die miteinander flüstern – jeder Stamm trägt seine eigene Farbe, seine eigene Stimmung.
Ich habe intensiv mit Kontrasten gespielt: zwischen warmem Orange und kühlem Blau, zwischen Lichtschimmer und tiefer Dunkelheit. Die Farben sollten nicht abbilden, sondern spüren lassen – das Knistern eines nächtlichen Waldes, die vibrierende Stille. Unten am Boden leuchten kleine Farbinseln, als ob der Mond dort Funken hinterlassen hätte. Die Linien der Äste sind bewusst unruhig, fast tanzend, um die geheimnisvolle Energie des Ortes einzufangen.
Während ich malte, entstand das Gefühl eines Waldes, der gleichzeitig lebendig und traumhaft fern ist. Diese zweite Version der Serie Mondwald ist für mich dichter, mutiger, voller Bewegung. Sie erzählt denselben Wald – aber in einer anderen Stimmung, zu einer anderen Nacht.
